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Business Value

Sehr spannend ist immer wieder die Beobachtung, dass eine Einschätzung über die Kosten oder Zeit der Umsetzung erwartet wird, aber der Effekt der Anforderungen nicht selbstverständlich in Zahlen ausgedrückt wird. Aussagen wie „die Kunden wollen das“, „ich kenne den Markt“, „wir brauchen das“ sind oft abschließend gemeint.

Diesen Effekt kann man messen: bei Google wird drei Mal mehr nach Story Points (dem Aufwands-Äquivalent) gesucht als nach Business Value.

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Suchvolumen für Business Value und Story Points im Vergleich

Wozu Business Value?

Der Wert, den ein Wunsch zur Umsetzung hat in Zahlen zu fassen ist oft nicht leicht. Versucht man einen Business Case zu rechnen ist man schnell in der Welt der Euros gefangen – etwas muss Umsatz bringen, Kosten sparen.

Natürlich soll am Ende das Unternehmen finanziell florieren. Dafür arbeiten wir jeden Tag. Nun gibt es viele Aspekte, die nicht direkt in Euros übersetzt werden können, sondern vielleicht nur mittelbar:

  • Was tun wir damit Kunden nicht abspringen?
  • Wie sind wir interessant für neue Mitarbeiter?
  • Welche Maßnahmen helfen uns das Team zu motivieren?

Der Ansatz über Business Value ist eine Maßeinheit zu schaffen, die für den geschaffenen Wert für das Unternehmen steht. Um dies zu tun ist die Voraussetzung wirklich zu wissen, was mit einem Wunsch erreicht wird. Eben die Antwort auf die obigen Fragen:

  • Durch regelmäßige Service Anrufe steigern wir die Kundenzufriedenheit und können Verstimmungen schnell begegnen. (Kennzahl: weniger Kundenverlust)
  • Durch gute Präsenz in den Sozialen Medien und kostenfreie, offene Workshops bekommen wir Aufmerksamkeit von potenziellen Bewerbern. (Kennzahl: mehr Bewerber)
  • Durch den Einsatz aktueller Technologie motivieren wir unsere Mitarbeiter und ermöglichen ihnen sich stets mit der Zeit zu entwickeln. (Kennzahl: weniger Kündigungen)

Hier ist das gewünschte Ziel auf einmal klar. Und in allen Fällen nicht in Euro zu beziffern. Eine Krux, wenn man in „Business Cases“ denkt. Gleichzeitig ist offenbar, dass solche Themen nicht vernachlässigt werden können.

Business Value ermitteln

Wir haben also keine einheitliche Kennzahl für den Business Value unserer Wünsche. Was wir aber haben ist ein Unternehmen mit Erfahrung im Markt, mit Mitarbeitern, mit Bewerbern. Und wir haben Wünsche artikuliert, deren Effekt man messen kann.

Aus der Messbarkeit und der Intelligenz im Unternehmen kann jetzt ein gemeinsames Verständnis zum Business Value geschaffen werden. In der agilen Welt wird als Skala gerne die Fibunacci Reihe verwendet (1 – 2 – 3 – 5 – 8 – 13 – …) mit kleinen Abständen im unteren Bereich und großen Abständen im oberen Bereich.

In einem Meeting einigen sich die Teilnehmer auf Wünsche, die in der Vergangenheit Business Value erzeugt haben – idealerweise ein paar kleinere und ein paar größere – und verteilen diese auf der Fibunacci Reihe.

Nun können die weiteren Wünsche relativ dazu auf der Reihe verteilt werden. So kommt ein Wunsch mit „Mitarbeiterzufriedenheit“ in Relation zu einem der die „Marge verbessert“. Und wir können Äpfel und Birnen auf einer Skala vergleichen.

Für den Schätzvorgang des Business Value gibt es schöne Formate, wie zum Beispiel das Planning Poker, Fist of Five oder das Magic Estimation, die ich in separaten Posts beschrieben habe.

Business Value im Product Backlog

Die Einschätzung des Business Value ist eine wichtige Größe für den Product Owner. Das gibt ihm den Input der Fachabteilungen. Da in dem Schätzprozess alle Stakeholder der Fachabteilungen vertreten waren, ist es eine unternehmensweite Einschätzung. Hieraus ergeben sich 2 wichtige Handlungen für den Product Owner:

  1. Mit dem Business Value wird klar, welche Wünsche (Stories) zunächst die meiste Aufmerksamkeit bekommen sollten.
  2. Wenn dann an den Wünschen auch noch der Aufwand (Story Points) klebt, ergibt sich eine automatische Priorisierung in der Umsetzung (maximaler Business Value pro Story Point)

Die Erarbeitung des Product Backlogs wird einfach und objektiv. Wie immer: es ist keine reine Mathematik, mit Augenmaß nachzubessern gehört immer dazu.

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Story Points im Backlog helfen eine grobe Roadmap zu erstellen (z.B. wo stehen wir circa in welchem Monat).

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