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Lego® Serious Play

Ein toller Workshop-Baustein, macht Spaß, weckt das Kind in einem, öffnet ein innovatives Mindset. Wenig Material nötig – kurze Zeit – enormer Team-Effekt.

Lego Serious Play als B2B Produktlinie wurde von Lego initiiert. Seit Juni 2010 hat Lego die grundlegenden Prinzipien von Lego Serious Play unter einer Creative Commons Lizenz öffentlich nutzbar gemacht.

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Lego Serious Play im Team-Workshop

Die LEGO® Serious Play ist ein innovativer Prozess, um konkrete Zielbilder in der Gruppe zu entwickeln in 3 Schritten. Durch spielerische Kreativität wird dem Unterbewusstsein Raum gegeben neue Wege und Visionen zu entwickeln. Alltägliche Schranken werden ausgeblendet, über den Tellerrand schauen vereinfacht. Die Effizienz der Methode liegt in der klaren Struktur und dem Zeitrahmen.

Forschungsergebnissen zeigen, dass diese Art von praktischem Lernen ein tieferes und sinnvolleres Verständnis der Welt und ihrer Möglichkeiten erzeugt. LEGO® Serious Play als innovativer, experimenteller Prozess, ist ausgelegt Team-Innovation zu steigern.

„In einer Stunde Spiel kann man mehr über einen Menschen erfahren als in einem lebenslangen Gespräch“

Platon

Einsatzzwecke von LEGO® Serious Play

„Out of the box“ denken ist die große Überschrift – etwas nicht sofort greifbares zu umreißen, etwas Abstraktes in Strukturen zu gießen. Das bietet sich zum Lösen komplexer Probleme, finden eines Zielbildes (für Pototyping, Unternehmenszielen, Konfliktlösung, Vision, …) an.

3 Schritte bei Lego® Serious Play

Meist gibt es einen überraschenden Augenblick, wenn das Team noch nicht vertraut ist mit der Methode. „Wir spielen jetzt Lego“. Gerade dann sind diese drei Schritte hilfreich:

  1. In die Methodik hineinkommen
  2. Ein Ergebnis in Lego bauen
  3. Konkrete Ableitungen aus den Konstrukten ziehen.

1.     Die Methodik einführen

Der erste Schritt ist die Methodik einzuführen. Ziel dabei ist es nicht unbedingt den ganzen Prozess zu erklären, sondern die Akzeptanz des Teams zu gewinnen sich darauf einzulassen. Außerdem geht es darum zu vermitteln „einfach mal loszulegen und den Impulsen, die kommen Raum zu geben“. Lange überlegen, konzeptionieren und dann etwas logisches bauen ist hier fehl am Platze.

Deswegen ist der Einstieg kurz und knapp und mündet im Tun.

„Wir wollen heute die Fragestellung EURE FRAGESTELLUNG bearbeiten. Das machen wir mal mit Lego. Kennen wir alle aus unserer Jugend.“

Jeder Teilnehmer hat dann einen Fundus Lego-Steinen zur Verfügung. Es kann auch in kleineren Teams gearbeitet werden – ich würde maximal 5 Personen vorschlagen.

Aufgabe 1: Ihr habt 60 Sekunden, um eine Ente mit Lego zu bauen

Es kann auch etwas anderes, simples sein. Hierbei geht es darum zu vermitteln sofort loszulegen und in einfachen, symbolischen Schemata zu agieren. Man kann auch eine realitätsnahe Ente in 2 Stunden bauen. Es geht aber genau um das Kombinieren von 3, 4 oder 5 Bausteinen die eine Ente stilisieren.

Danach zeige alle Teilnehmer oder Teams ihr Ergebnis. Es entsteht für komplizierter denkende Teilnehmer die Erkenntnis „ich kann einfach und schnell bauen“. Zeit und Zeitdruck ist ein wichtiger Faktor bei dieser Methode. Wir wollen nicht 2 Tage lang ein Raumaschiff nachbauen, sondern innerhalb von ein bis zwei Stunden Ansatzpunkte finden, die wir sonst nicht gefunden hätten.

lego serious play introPin
Einführung Lego Serious Play

2.     Lego Arbeit an der eigentlichen Fragestellung

Das Mind-Setting ist abgeschlossen. Jetzt geht es um die „wirklich“ zu bearbeitende Fragestellung. Diese gilt es jetzt exakt zu formulieren.

  • Baue ein Modell, wie Du Dir unsere Firma in 2025 vorstellst
  • Bilde in Lego unser Produkt zum Ende des Jahre wieder
  • Löse unser Problem und stelle diese Lösung in Lego dar

Es ist wichtig auch hier eine Zeitvorgabe zu machen und hin und wieder einen Stand der abgelaufenen Zeit zu vermitteln. Ich habe gut Erfahrungen mit ca. 1 h gemacht. 45 Minuten sind ok, 90 Minuten auch. Viel kürzere oder längere Zeiten würde ich nicht vorschlagen.

Die Lego-Bauten sind absolut subjektiv und oft von außen nicht interpretierbar. Gleichzeitig bedeuten sie für die Erbauer viel. Es gibt also kein Richtig oder Falsch, sondern nur kreativen Input. Und den wollen wir von allen haben. Um diese Ergebnisse also für das gesamte Team verwendbar zu machen, braucht es den nächsten Schritt des Story Tellings.

3.     Modelle und Wege erzählen

Jeder Bauherr, jede Bauherrin oder jedes Bau-Team bekommt jetzt Zeit (idealerweise auch wieder limitiert – z.B. 5 Min.), um ihr Modell oder ihren Weg zu erklären. Sie erzählen Ihre Geschichte, ihre Entwicklung, Ihr Zielbild. An der Sprache allein wird man schon hören, dass sich kindliche Lego-Erinnerungen und Geschäfts-Interessen mischen.

Während ein Team erzählt hören die andere gespannt zu und notieren sich (vielleicht auf einen Punkt pro Post-It) die Punkte, die ihnen auch wichtig sind. Es sind Verständnisfragen erlaubt aber keine Diskussion. Wir wollen sicherstellen, dass die erzählten „Geschichten“ verstanden werden, aber wir wollen verhindern, dass subjektive Kreativität in der Gruppe zerpflückt wird. Es gibt hier kein Richtig oder Falsch.

Sind alle mit ihren „Geschichten“ fertig, werden die Punkte, die sich alle Teilnehmer notiert haben, zusammengetragen – zum Beispiel die Klebezettel an einem Whiteboard gesammelt. Mehrfach auftauchende Punkte werden gesammelt aufgehängt, Punkte die zusammenhängen in der Nähe voneinander (Clustering).

4.     Bewerten und Priorisieren

Jetzt wird es aus der freien, subjektiven Kreativität konkret und geschäftsorientiert. Es geht immer noch nicht um das Urteil „Falsch“. Es geht um Schwarmintelligenz des Teams und deren Gewichtung. Die gesammelten Punkte sollten so aus der gesamten Gruppe priorisiert werden. Das kann durch Planning-Poker, Pareto-Matrix oder einfach Dot-Voting erfolgen.

Dot-Voting: jeder Teilnehmer bekommt ½ mal so viele Punkte (Dots), wie es verschiedene Aspekte zur Priorisierung gibt. Dann wird jedes Team-Mitglied seine Punkte verteilen. Es können auch mehrere Punkte pro Aspekt sein. Am Ende entsteht eine Punktzahl pro Zettel. Die Top 10 kommen in die nähere Auswahl wo der Schnitt gemacht wird. Drei bis sieben zu berücksichtigende sind eine hilfreiche Menge.

Ist damit eine Begrenzung und eine grobe Reihenfolge (es spielt keine Rolle ob sich 2 Themen einen Platz teilen) entstanden, kann damit als Gruppenergebnis weitergearbeitet werden.

Es wird aus diesen „Fragmenten“ die Vision, das Ziel, der Weg in einen Satz formuliert. Ein erstrebenswertes, emotional aufgeladenes „Hin-Zu“ ist entstanden.

Wie weiter nach Lego® Serious Play

Das zu Erstrebende sollte im nächsten Schritt mit operativen Schritten angestrebt werden. Das ist kein Teil der Lego® Serious Play Phase, kann aber durchaus Teil des selben Workshops sein. Es könnte über die OKR Methode in Objectives bis hin zu Activities überführt werden.

Beispiel von Lego® Serious Play

Hier sind ein paar Beispiele, die einige Teams in meinen Workshops entwickelt haben. Ich bin sicher: Hier werden keine internen Geheimnisse verraten, sondern es bedeutet für fremde Betrachter gar nichts. Und darum geht es: Jedes Modell macht erst im Kontext inklusive der Geschichte des Erbauers Sinn:

Und etwas Wissenschaft dazu zum Schluß

Spiel als eine räumlich und zeitlich limitierte, von Regeln strukturierte und freiwillige Aktivität. Die Motivation wird meist emotional erzeugt. Die resultierenden Darstellungen reflektieren dann das eigene affektive Wissens des Spielers.

Konstruktionismus – basiert auf Ideen von Seymour Papert bzw. Jean Piaget gründen. Es darum formale, abstrakte Ideen konkreter, sichtbarer, greifbarer und damit leichter verständlich zu machen.

Imagination – Es geht hierbei darum die Vorstellungskraft von Abstrakten Dingen, Zielen zu fördern. Es steht für: die Fähigkeit, sich von etwas ein Bild zu machen (beschreibende Imagination), die Fähigkeit, Dinge in Frage zu stellen (verneinende Imagination,) und die Fähigkeit, sich etwas Neues vorzustellen (schöpferische Imagination).

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